Hope for future

„Hope for future“ ist ein Projekt des Vereins, welches 2012 in Kenia begann, mit dem übergeordneten Ziel, die Lebensbedingungen von „Streetboys“ in Kenia / Timau, mittels sozialarbeiterischer Methoden und Denkweisen zu verbessern. Dabei wurde der Versuch unternommen, gemeinsam mit der Zielgruppe einen strukturierten Tagesablauf (Arbeit, Mittagessen, Lernen und Spielen) aufzubauen.

Hope for future_Lernen Das Projekt wurde unter der Anleitung des Kenianers Francis Wambugu, dem angestellten Sozialarbeiter des Vereins vor Ort und dem Verein Camp For Social Development Mount Kenya e.V. in Kooperation mit der DHBW Heidenheim (unter wissenschaftlicher Anleitung des Studiengangleiters des Studiengangs Kinder- und Jugendhilfe Prof. Dr. Peter K. Warndorf) durchgeführt. Für die praktische Umsetzung vor Ort waren drei Studierende der Fakultät Sozialwesen der DHBW (darunter auch die Autoren dieses Textes) und natürlich die „Streetboys“ zuständig. Die Vorbereitung in Deutschland umfasste verschiedene Spendenaktionen, ein Sprachkurs in Kisuaheli, Teambesprechungen, Referate über interkulturelles- und globales Handeln und die Teilnahme an der Vorlesung „Lernfeld Afrika“.

Hope for future_Essen

Auch die innere Vorbereitung spielte dabei eine große Rolle. Fragen wie „Was will ich dort erreichen?“, „Was könnte es für Schwierigkeiten geben?“, „Wie kann ich mein bisheriges Wissen aus dem Studium sinnvoll einsetzen?“ und „Was können die „Streetboys“ für Erwartungen an das Projekt haben?“ waren dabei essentiell.

Als besondere Herausforderung ist der immense Kulturunterschied zwischen den deutschen Studierenden und den Streetboys bzw. den Einheimischen zu nennen. Durch die kulturelle Prägung und der damit verbundenen anderen Sozialisation gab es immer wieder Momente, in denen die Studierenden ihre internalisierten Denk- und Handlungsmuster überprüfen und auf die gegebene Situation anpassen mussten.

Hope for future_GemeinschaftEin Beispiel: Die Streetboys „verprügelten“ einen Jungen in ihrer Gruppe. Nun lag es daran an den Studierenden, ob sie in die Situation eingreifen sollten oder abwartend reagieren sollten. Die Studierenden entschieden sich nach heftiger Diskussion die Situation erst einmal abwartend zu begleiten und später das Geschehene zu thematisieren. Es stelle sich im Nachhinein heraus, dass der „Geprügelte“ etwas abfälliges über die Studierenden gesagt hat. Die Prügel dienten in dieser Kultur dazu einen Respekt vor den Studierenden auszudrücken. Ein vorschnelles Eingreifen hätte vermutlich kontraproduktiv gewirkt -ein riesiger Lerneffekt für die Studierenden.

 Im Folgenden wird die konkrete Auslandsphase anhand der tabellarischen Auflistung,
welche den regelmäßigen Tagesablauf des umgesetzten Projektes wiederspiegelt, aufgezeigt:

9.00 Uhr – tägliche Absprachen mit Francis Wambugu zum Tagesablauf
– Treffen mit den Streetboys
– Gemeinsame Absprachen mit den Jungs über das tägliche Vorgehen, dazu gehörte Koordinierung der Arbeitseinsätze, Aufgabenverteilung, Arbeitsmaterial besorgen
9.30 – 11.00 Uhr – gemeinsames Müllsammeln nals Methode zum Vertrauensaufbau
– ortsübliche Entsorgung des Mülls (verbrennen)
– Kriseninterventionen
– Vertrauensbildende Maßnahmen durch Einzelgespräche

11.30 – 12.00 Uhr

– Thematisierung von Körperhygiene
– Gemeinsames Mittagessen

12.00 – 13.30 Uhr

– abwechselnder Mathematik und Englischunterricht
– Absprachen mit einer einheimischen Grundschullehrerin, die für dieses Projekt engagiert wurde

13.30-14.00 Uhr

– Gruppendynamische Spiele

Verabschiedung der Gruppe

 

Als Abschluss jeder Woche fand freitags eine Wochenreflexion statt, in der die Wochenpläne der Jungs thematisiert wurden und ihre Lohnauszahlung stattfand. Durch diesen Lohn konnten sich die Jungs zusammenschließen und in Wohngemeinschaften kleine Hütten anmieten um eine sichere Unterkunft zu haben.

Hope for future_wohnen

Bis heute profitieren die Jungs von dem Projekt, da sie durch die Müllsammelaktionen und den Kontakt zu den Europäern, Anerkennung in der Gesellschaft- und einen Weg in die Dorfgemeinschaft gefunden haben.

 

 

 

Hope for future_Müll

 Seither begleiten Sie kleine Projekte des Vereins, in dem sie in unserer Abwesenheit, die von uns gepflanzten Bäume gießen oder andere Projekte unterstützen. Für Exkursionsgruppen und Fremdpraktikanten stehen Sie zur Verfügung um gemeinsam ihr Dorf und die umliegende Gegend zu erkundigen.

Hope for future_Gruppenbild

 Gezeichnet
Bianca Benz & Sebastian Schröpfer