Aktuelles Projekt 2020

Ein Klassenzimmer für Kairiri

In langer und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartner*innen in Timau/Kenia haben wir uns auf den Weg gemacht, die Lebensbedingungen der Kinder und Familien in Kairiri, einer Dorfgemeinschaft am Fuße des Mount Kenya, zu verbessern. Konkret bedeutet das, dass wir durch das Projekt „Ein Klassenzimmer für Kairiri“ auf einen erkannten und unabdingbaren Bedarf vor Ort reagieren, indem wir den Kindergarten in Kairiri mit einem neuen Klassenzimmer ausstatten.

Wir halten Bildung – überall auf der Welt – für ein hohes Gut, das allen Menschen zugänglich gemacht werden soll, da es die Grundvoraussetzung für Chancengerechtigkeit und soziale Teilhabe ist.

Nach intensivem Austausch über die Bedingungen und Probleme im Kindergarten von Kairiri ist bei den letzten Studierendenexkursionen gemeinsam mit der CBO die Idee einstanden, die Lernbedingungen der Kinder durch den Bau eines neuen Gebäudes zu erweitern und zu verbessern. Unser Projektvorhaben bedeutet einen großen Mehrwert für die Kinder, ihre Eltern und die gesamte Dorfgemeinschaft.

Mit dem Bau des neuen Gebäudes verfolgen wir das Ziel die Lernbedingungen und Lernatmosphäre der Kinder zu verbessern:

  • durch helle, lichtdurchflutete Räume wird konzentriertes Lernen möglich.
  • kindgerechtes Lernen wird durch mehr Platz und Bewegungsfreiheit gefördert.
  • den Kindern der Dorfgemeinschaft wird lebensortnahes Lernen (weiterhin) ermöglicht.
  • auch bei schlechten Wetterbedingungen (Regen, Wind…) werden sowohl Lern- , als auch Entspannungs- oder Spielangebote möglich sein.
  • es findet eine Entlastung der Lehrkräfte statt (Räumlichkeiten bieten mehr Platz, u.a. auch als Stauraum).

Das gesamte Projektvorhaben steht für uns unter dem Stern der Nachhaltigkeit. Mit der Errichtung des neuen Gebäudes wird zahlreichen Kindern (über mehrere Generationen) die Möglichkeit gegeben den Kindergarten zu besuchen und somit eine adäquate Vorbereitung für den Eintritt in die Primary School zu erlangen.

In der Dorfgemeinschaft existieren bereits seit langem Ideen zur Erweiterung und Verbesserung des Kindergartengeländes, welche jedoch bisher finanzierbar gewesen sind. Durch das Projekt „Ein Klassenzimmer für Kairiri“ werden diese in die Tat umgesetzt.

Ein klares Ziel unseres Projektes ist es, Bildung für alle zu ermöglichen und somit die Teilhabe an gesellschaftlichen und demokratischen Prozessen voranzutreiben. Vor allem in einer strukturschwachen Gegend wie Kairiri wollen wir zum Abbau von Benachteiligung beitragen. Wenn Kindern, auch in entlegeneren Dörfern, dazu verholfen wird frühzeitig an adäquaten Bildungsangeboten partizipieren zu können, wird damit der Grundstein für eine chancenreichere Zukunft gelegt.

Der Bau eines neuen Kindergartengebäudes bringt somit einen immensen Fortschritt für die Bewohner*Innen des Dorfes und verdeutlicht zudem symbolisch die Relevanz von Bildung.

Jeder Euro zählt und kommt an!

Mehr zum Klassenzimmer

Zum Hintergrund: Seit 2014 arbeitet der Camp Mount Kenya e.V. mit der CBO in Kairiri zusammen. Kairiri ist ein kleines Dorf bei Timau und liegt am Fuße des Mount Kenia auf ca. 2700m Höhe. CBO steht für „Community based Organisation“ und beschreibt einen (non-profit) Zusammenschluss einer Gemeinschaft, die es sich zum Ziel gemacht hat, durch gegenseitige Unterstützung ihre Entwicklung voranzubringen. Gegründet wurde die CBO in Kairiri 2007 von David Kimathi, dem Chairman der Organisation.

Durch den Zusammenschluss von vielen Familien ist eine gegenseitige Unterstützung und Hilfe innerhalb der Dorfgemeinschaft entstanden. Konkret bedeutet dies, dass die einzelnen Mitglieder der CBO sich bei unterschiedlichsten Aktivitäten und Vorhaben unterstützen und ihre Handlungsfähigkeit dadurch erweitern. In den letzten Jahren haben in der Zusammenarbeit zwischen dem CMK und der CBO viele größere und kleinere Projekte stattgefunden. Einige davon wurden direkt in dem Kindergarten des Dorfes durchgeführt (z.B. Einsatz von Fremdpraktikant*Innen, Ausbau der Sanitäranlagen, Erweiterung der Spielgeräte, Wasserprojekt…), auf den wir uns im Folgenden konzentrieren werden.

Der Kindergarten in Kairiri wird aktuell täglich von über 40 Kindern besucht. Wir haben diesen als eine Bildungseinrichtung kennengelernt, die für Kinder zwischen 1 und 6 Jahren vorgesehen ist. Sie werden täglich zwischen 7 und 16 Uhr von zwei Lehrerinnen unterrichtet und betreut. In Kenia ist der Besuch eines Kindergartens als Vorschule verpflichtend für die Einschulung in die Primary School und nimmt deshalb einen hohen Stellenwert für die Familien auch in Kairiri ein. Da es in unmittelbarer Nähe keinen weiteren Kindergarten gibt, sind die Bewohner*Innen von Kairiri auf die dorfeigene Bildungsstätte angewiesen. Auf dem Gelände des Kairiri-Kindergartens befinden sich ein altes Gebäude, welches als Klassenzimmer genutzt wird, ein weiteres Gebäude, das ursprünglich als Küche genutzt wurde und zwei kleine Toilettenhäuschen, in denen sich Plumpsklos befinden.

Alle Kinder werden aktuell in sehr beengtem Raum beschult. Dies gestaltet sich äußerst schwierig, da der enge und dunkle Raum eine konzentrierte Lernatmosphäre schier unmöglich macht. An den vier Tischen sitzen jeweils ca. 10 Kinder unterschiedlichen Alters. Die kleinen Regale in den Ecken des Zimmers sind vollgepackt mit Unterrichtsmaterialien – weiteren Stauraum gibt es derzeit nicht. Es ist laut, stickig und durch die kleinen Fenster kommt nur wenig Licht ins Innere. Während der Regenzeit ist der Unterricht kaum möglich. Das undichte, kaputte Dach hält den Regen nicht ab und der oft sehr kalte Wind zieht durch die Löcher in den Wänden. Auch auf dem zugehörigen Gelände befindet sich, bis auf eine neu gebaute Schaukel, kaum etwas, das für Kinder in besagtem Altern attraktiv wäre.

In den Zeiten, die sie außerhalb des Gebäudes verbringen, beschäftigen sich die Kinder mit mitgebrachten Fahrradreifen oder selbstgemachten Spielzeugen; einige liegen in der Wiese und ruhen sich aus. Wenn es zu regnen beginnt, was in dieser Region häufiger vorkommt, rennen alle Kinder in das kleine Kindergartengebäude. Dort ist dann weder Platz zum Spielen, noch um sich auszuruhen.